Schütze Uwe Schmidt


Die Ziele stets fest im Blick

Armbrust-Schütze Uwe Schmidt holte bei der Junioren-WM in der Schweiz Bronze mit der Mannschaft . Er ist erst 18 Jahre alt und ebenso zielstrebig wie zielsicher: Uwe Schmidt aus Höhr-Grenzhausen kehrte von der Junioren- Weltmeisterschaft der Armbrust-Schützen mit einer Bronzemedaille heim und hat seinen nächsten Coup schon fest im Visier. 

Von Christoph Gerhards 


HÖHR-GRENZHAUSEN. "Wir waren alle zum ersten Mal dabei, keiner hatte die Medaille fest einkalkuliert", war Uwe Schmidt selbst ein wenig überrascht, dass er mit Edelmetall von der Weltmeisterschaft der Schützen aus dem beschaulich am Züricher See gelegenen Horgen in den Westerwald heimkam. 
Zumal er selbst mit seinen 373 Ringen bei 40 Schuss mit der Armbrust auf eine Distanz von zehn Metern hinter seiner persönlichen Bestleistung von 390 weit zurückgeblieben war. "Das war nicht so toll."
Dennoch reichte es gemeinsam mit Klaus Schüler und Manuela Uslar zu 1141 Ringen und Rang drei, hinter Frankreich (1161) und der Schweiz (1151), aber vor Österreich und elf weiteren Nationalteams.
"Ich wollte beim Schützenfest in Höhr immer schon mal auf den blöden Vogel schießen", schildert der 18-Jährige, der eine Ausbildung zum Energie-Elektroniker absolviert, ganz locker, wie er 1995 zu seinem Sport kam. Nach "etwas Zoff im Verein" wechselte er ein Jahr später zusammen mit etwa 20 weiteren jungen Schützen zum TuS Hilgert, dessen Luftgewehr- Mannschaft 1999 in die 2. Bundesliga aufstieg und unter acht Mannschaften den vierten Platz belegte. "Wir haben unsere junge Mannschaft gut verstärkt", sagt Uwe Schmidt. "Im nächsten Jahr wollen wir um den Aufstieg mitschießen und irgendwann mal in der Bundesliga sein."
Diese Formulierung eines neuen Ziels nach einem großen Erfolg charakterisiert den Ehrgeiz des jungen Schützen. "Er beißt sich in den Wettkampf rein und will immer ein Top-Ergebnis erzielen", sagt sein Vater Klaus, der wie Mutter Jutta beim großen Erfolg in der Schweiz mit dabei war. Auch Uwes Schwester Katrin schießt, war schon bei einer DM dabei, "doch sie hat nicht den Ehrgeiz wie Uwe."
Der trainierte vor der WM jeden Tag, "ansonsten zwei- oder drei Mal pro Woche". Zum Armbrust-Schießen hatte ihn sein Hilgerter Trainer Mike Becker ermuntert - ein guter Ratschlag. Denn bei den Landesmeisterschaften 2001 in Haan bei Düsseldorf siegte Uwe Schmidt. Er wurde vom Landesverband für einen ersten Ausscheidungskampf in Frankfurt nominiert, wo der Westerwälder Rang zwei belegte, bevor er den zweiten in Nürnberg gewann und vom Deutschen Schützenbund die WM-Fahrkarte in die Schweiz erhielt.
Viel Idealismus nötig
Die ersten internationalen Einsätze hatte es bereits im Vorjahr gegeben, als er in Bad Homburg einen Länderkampf mit fünf Nationen mit der deutschen Mannschaft gewann und in der Einzelwertung Platz zwei belegte. Diese Erfolge sind der Lohn für große Mühen, denn Uwe Schmidt muss für sein Hobby viel Geld drauflegen. "Die Ausrüstung kostet in kleines Vermögen, allein die Armbrust rund 4000 Mark." Familie Schmidt hat im Vorjahr allein für die Fahrten zum Training und zu den Wettkämpfen rund 12 000 Kilometer zurückgelegt - da braucht man schon eine Menge Idealismus. "Ein Sponsor wäre nicht schlecht, der ist im Fußball einfacher zu finden", meint Uwe, der als A-Jugend-Kicker mit der zweiten Mannschaft der SG Höhr-Grenzhausen in die Kreisliga A Koblenz aufgestiegen ist. 

Beim Fußball hat er sich eine Mittelfuß-Verletzung zugezogen. Doch die soll ihn nicht hindern, ab Mitte August bei der Junioren-DM in München wieder auf Medaillenjagd zu gehen: am 15. mit der Armbrust ("Da will ich gewinnen"), am 19. mit dem Luftgewehr und am 23. mit dem Kleinkalibergewehr auf 100 m. Im nächsten Jahr soll es dann zur Europameisterschaft nach Portugal gehen. Uwe Schmidt weiß halt, was er will, und hat stets Ziele im Blick . . . 


Westerwälder Zeitung 3.8.2001 

 

WM-Medaille für Hilgerter Schützen 
Uwe Schmidt gewinnt Bronzemedaille bei Weltmeisterschaft 

In der Zeit vom 06.07.2001 bis 08.07.2001 fanden in Zürich/Schweiz die Weltmeisterschaften der Armbrustschützen statt. 
Für Deutschland ging unter anderen auch aus unseren Reihen Uwe Schmidt an den Start. Nachdem freitags die Anreise in die Schweiz erfolgte, das Hotel bezogen wurde, bestand für die Aktiven noch die Möglichkeit, während eines zweistündigen Trainings die Wettkampfstätte in Augenschein zu nehmen sowie die Sportgeräte für den Kampf um den Weltmeistertitel abzustimmen. 
Bereits während des Trainings war der kompletten deutschen Mannschaft anzumerken, dass sie einige Probleme mit der Beschaffenheit des Schießstandes bekommen würde. So war die Stimmung am Abend doch eher etwas gedämpfter und man stellte das Ziel, eine Medaille gewinnen zu wollen, erst einmal weit zurück. 
Am Samstag war es endlich soweit, pünktlich um 9.00 Uhr, mit dem Kommando "Start" begann für Uwe seine bisher größte sportliche Herausforderung. 
Schnell war abzusehen, dass vier Nationalteams das Rennen um die Medaillen unter sich ausmachen würden. Frankreich lag schnell vorn und gewann mit 1161 Ringen den Weltmeistertitel, Vizeweltmeister wurde die Mannschaft des Gastgebers mit 1151 Ringen. Die Bronzemedaille holte sich zur Freude aller das deutsche Team mit 1141 Ringen, denkbar knapp vor Österreich, das ebenfalls 1141 Ringe erzielte. Erst in der 2. Stechserie hatte unsere Mannschaft den entscheidenden Wimpernschlag (1 Ring) Vorsprung und sicherte sich den Platz auf dem Podium. Nach der Siegerehrung am Sonntag trat man dann etwas erschöpft aber überglücklich die Heimreise in den Westerwald an. 
Der TuS Hilgert gratuliert Uwe an dieser Stelle noch mal recht herzlich zu dieser Superleistung und zum Gewinn einer Weltmeisterschaftsmedaille. 
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Fotos: oben: Eröffnungsfeier: Deutsche Mannschaft Junioren von links: Klaus Schüler, Uwe Schmidt, Manuela Uslar 
rechts: Siegerehrung: 1. Frankreich, 2. Schweiz, 3. Deutschland

Aus: Kannenbäckerlandkurier 20 Juli 01


Aus: Westerwälder Zeitung v. 30. 10. 1998

"Für mich ist das keine Knallerei, sondern Leistungssport"

Hilgert: Der l5jährige Unterwesterwälder Uwe Schmidt schießt sich an der Sieg von Sieg zu Sieg - Platz fünf bei der DM

Zur Zeit der erfolgreichste Nachwuchssportler der Schießsport-Vereine Wissen und Hilgert.
Seit Beginn seiner Sportlaufbahn im Jahre 1996 schnupperte er wiederholt bei Landes- Bundes- und deutschen Meisterschaften mit dem Luftgewehr, dem Kleinkaliber-Gewehr und mit der Armbrust Höhenluft auf dem Siegertreppchen. Der erfolgreiche Sportschütze begann sein sportliches Treiben mit elf Jahren im Schießsport-Verein Höhr- Grenzhausen. ,,Damals fehlten dem Jungen Konzentration und Ruhe, die Leistungen in der Schule ließen zu wünschen übrig, erzählt Vater Klaus Schmidt, der heute mit Stolz auf die sportliche Laufbahn seines Sohnes blickt. Ein Grund des Stolzes ist: Mit den sportlichen Aktivitäten verbesserten sich auch die schulischen Leistungen, so daß sich Klaus Schmidt gerne in die ,,Pflicht" nehmen läßt und seinen Sohn zu Meisterschaften oder auch zum weit entfernten Training fährt bzw. begleitet. Ein Freund nahm Uwe Schmidt 1994 mit in den Schützenverein, seitdem läßt ihn der Sport nicht mehr los. Mit seinem Trainer wechselte er ein Jahr später nach Hilgert, seit 1995 schießt er auch für Wissen. Wettkampfmäßig betreibt er den Schießsport seit 1996 mit steigender Erfolgstendenz bei Vereins-, Kreis-, Bezirks-, Landes- oder deutschen Meisterschaften.

Die Erfolgsstory des Uwe Schmidt
1996 errang Uwe Schmidt die ersten großen Erfolge, als er Platz eins bei den Landesverbandsmeisterschaften und beim Landesjugendsportfest (Luftgewehr, Schüler) belegte. 1997 nahm er am Endkampf um den DSB-Pokal teil und erreichte jeweils den dritten Platz bei den Rheinland-Pfalz- und den  Landesverbandsmeisterschaften (LG, Jugend). Das Jahr 1998 ist das bisher erfolgreichste seiner Karriere: In der Jugendklasse B belegte Uwe Schmidt zweimal den ersten Platz, bei der Landesverbandsmeisterschaft - mit dem Luftgewehr und mit der Armbrust. Platz eins bei der Bundesmeisterschaft im Luftgewehr-Dreistellungskampf  in der Schülerklasse und Platz fünf bei der Jugend - B - DM in München (Luftgewehr) sind seine bislang  größten Erfolge auf nationaler Ebene. Seine Allround- Fähigkeiten unterstrich er mit dem dritten Platz mit dem Kleinkalibergewehr (3 x 20) bei den Landesverbandsmeisterschaften.
(hw) Foto: Helga Wienand; Text zum Foto: Uwe Schmidt aus Hilgert: Vor wichtigen Wettkämpfen trainiert er täglich
Spiele mit Tradition
,,Vor den Wettkämpfen trainiere ich jeden Tag, ansonsten spiele ich Fußball für die B-Jugend und trainiere viel mit dem Fahrrad. Für mich ist das keine Knallerei, sondern Leistungssport", meint der l5jährige Schüler, der die Realschule in Höhr-Grenzhausen besucht. Uwe Schmidt: ,,Außerdem kommt man bei den Meisterschaften viel herum, besonders die DM in München war toll.
In der Familie Schmidt hat Schießen Tradition: Der Ur-Urgroßvater war einer der ersten Schützenkönige in Höhr- Grenzhausen. Uwes Schwester Kathrin, zwölf Jahre alt, wagt ebenfalls schon die ersten Schritte Richtung Schießsport. Derzeit steht aber nicht allein der Sport im Mittelpunkt, Uwe Schmidt schießt noch "zweigleisig" Neben dem Leistungssport Schießen sieht er er sich auch noch der Tradition und Geselligkeit verpflichtet. Der Beleg: Er wurde 1998 Kreisjugendschützenkönig, Kreisblattkönig und Schülerprinz. (hw)
Turn- und Sportverein Hilgert e.V 

  25.02.2006