Aus der Geschichte des TuS Hilgert
von Rolf Günther

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5. "Fußballertour nach Leiden / Holland"

In der letzten Folge wurde kurz berichtet, dass die Fußballer am Wochenende des 11. bis 13. August 1961 ihre erste Tour in einen Auslandsstaat unternahmen, der während des 2. Weltkrieges von Deutschen Truppen besetzt war und durch die Besetzung auch viel gelitten hatte.
Das holländisch-deutsche Verhältnis war noch sehr angespannt, als die Verantwortlichen des TuS unter Leitung des damaligen 1. Vorsitzenden Rudolf  Günther mit einem voll besetzten Bus im Morgengrauen des 11. August gegen Holland fuhren.
Schon bei der Einreise kam es zu längeren Verzögerungen, vergleichbar mit den Verhältnissen an der innerdeutschen Grenze. Als ein mitgereister Fußballfreund auch noch seinen Personalausweis vergessen 
hatte, kostete es die Verantwortlichen des TuS viele Überredungskünste bei der Grenzpolizei bis auch dieser Sportkamerad mit seinem Schiriausweis einreisen durfte.
Nach einer langen Fahrt kam man gegen Mittag bei den holländischen Gastgebern in Leiden an. Herzlich war die Aufnahme im Vereinsheim. Nachdem die Quartierfrage geklärt und alle Mitreisenden auf diey holländischen Gastfamilien verteilt waren, fand am Samstag Nachmittag noch das Freundschaftsspiel gegen die Gastgeber statt. Die TuS-Mannschaft spielte in folgender Besetzung mit nagelneuen roten 
Trikots: Tor: 1. Halbzeit: Kurt Schumann, 2. Halbzeit: Hubert Wiesemann Verteidigung: Gerd Nink und Gerd Böhmer Läuferreihe: Rolf Günther, Werner Radermacher, Siegfried Hein Sturm: Heinz Zöller, Manfred Klein, Ulrich Richter, Artur Bernhardt und Egon Schmidt ( "Vohls- Egon" ).  
Die höherklassige Gastgebermannschaft war der TuS-Mannschaft auf dem  gepflegten Rasenplatz überlegen und gewann mit 8 : 1 Toren. Nach dem Spiel wurden die schon bestehenden Freundschaften weiter vertieft.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug ans Meer an. Für viele TUS- Mitglieder war dies der erste Blick auf die Nordsee. Auch abends im Vereinslokal des Sportvereins Leiden ging es hoch her, nachdem 
die natürlichen Berührungsängste - auch durch den Krieg und die Besatzung - abgelegt worden waren.
Am Montag, 13. August fand die Rückfahrt mit dem Bus statt. Als man die Grenze bei Wesel passierte kam im Rundfunk die Nachricht, dass in Berlin eine Mauer durch die geteilte Stadt gebaut werde. Die Tragweite dieses Mauerbaus war damals noch nicht so absehbar und so tat dieses Ereignis der guten Stimmung der TuS-Delegation auch keinen Abbruch. Gut gelaunt traf man gegen Abend an der Vereinsgaststätte Turnhalle wieder ein. 
Ein sehr schönes Erlebnis lag hinter den Vereinsmitgliedern. Über Jahre wurde diese Freundschaft zwischen dem Fußballverein aus Leiden und dem TuS gepflegt. Aus den Begegnungen sind sogar zwei Ehen entstanden. Noch heute erinnern sich die "alten Fußballer" gerne an diese Zeit am Anfang  der 60er Jahre.

In der nächsten Folge wird weiter über das Vereinsleben von 1960 bis 1972  berichtet.

5/12  

Gegenbesuch aus Leiden, die Kooperation mit den Kammerforster Fußballern und das 70-jährige Vereinsjubiläum mit Bezirkskinderturnfest - >

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