Aus der Geschichte des TuS Hilgert
von Rolf Günther

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13.  Mythos Turnhalle - Ein Gang durch die Generationen


Ein Blick zurück in die Geschichte des " alten Turnvereins " muss hier voran geschickt werden.
Im Jahre 1902 fassten die Gründungsväter des Turnvereins den für diese Zeit kühnen Entschluss, eine Turnhalle zu bauen. 
Die Ortsgemeinde stellte dem Verein am 28.April 1902 den Bauplatz kostenlos zur Verfügung.
Zügig gingen die Bauarbeiten unter dem damaligen 1. Vorsitzenden W. J. Remy und dem Turnwart Ernst Kirchner voran. Bereits im Herbst des gleichen Jahres konnte der Übungsbetrieb aufgenommen werden.
1935 baute man dann an die bestehende Turnhalle einen 60 qm großen Bühnenraum an. Im Keller legte man eine Waschküche und Ställe an.
 7 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, im Jahre 1952, konnte ein lang gehegter Wunsch des Vereins verwirklicht werden. An das Gastzimmer wurde eine Küche für den Verwalter, ein Vereinszimmer und eine moderne sanitäre Anlage angebaut. 
Für die damalige Zeit hatte der TUS eine gut funktionierende Gaststätte mit eigener Übungsstätte.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Turnhalle und Gastwirtschaft mehrmals modernisiert. 
Wie schon berichtet baute der TUS sogar eine Kegelbahn und eine moderne Schießsportanlage an die bestehenden Gebäude an.
Noch heute denken viele Hilgerter BürgerInnen mit "Wehmut" an die Zeiten zurück, als der TUS noch seine eigene Turnhalle mit Gaststättenbetrieb.
Kommt die Sprache darauf, so hört man immer wieder: "Weißt Du noch wie wir damals die Turnstunde oder das Training abhielten und anschließend noch gemütlich im Vereinslokal saßen?" Oder es kommt die Rede auf die vielen Veranstaltungen, wie z.B. Turnerkränzchen, Theater spielen, Fastnachtsveranstaltungen, Sportlerbälle, Kirmesveranstaltungen oder Weihnachtsfeiern, die der TUS in dieser Turnhalle für sich und die Gemeinde ausrichtete.

So oder so ähnlich erinnern sich viele Menschen aus Hilgert und Umgebung an die "alte Turnhalle".
Sie führte die Generationen zusammen und so war es selbstverständlich, dass die noch letzten lebenden Miterbauer der Turnhalle bis in die 80er Jahre samstags nachmittags in der Gaststätte saßen, ihr selbst mitgebrachten Brote auspackten und zusammen mit den jüngeren Vereinsmitgliedern über den Verein und manch andere Dinge diskutierten.

Viele Generationen von Kinder spielten sonntags nachmittags nach dem Fußball ungezwungen in der Turnhalle, während ihre Eltern in der Gaststätte saßen und über Sieg oder Niederlage diskutierten.
Etliche Vereinsökonome mit ihren Familien wohnten und verwalteten seit dem Wiederbeginn nach dem Kriege die Turnhalle mit der Gaststätte.
Der TUS war immer bemüht, die Turnhalle mit der Gaststätte für das gesamte Gemeinschaftsleben der Dorfeinwohner zur Verfügung zu stellen. Ziel war es immer, den Sport und den Gemeinsinn des Dorfes zu fördern, zugezogene neue Bürger zu integrieren und so das Dorfleben zu fördern.
Dies dürfte dem Verein von 1902 bis zum Abriss der Turnhalle im Jahre 1992, 90 Jahre gelungen sein.
Möge die neue Pfeifenbäckerhalle, die von der Ortsgemeinde betrieben wird, die gleichen Funktionen erfüllen.
Damit endet die Serie aus der Geschichte des TUS. Es war eine Zeitreise vom Ende des II. Krieges bis ins Jahr 1972. Damals schrieb die Westerwälder-Zeitung: "Wachablösung beim Turnverein Hilgert!"
Mögen deshalb spätere Chronisten über das nun folgende Zeitgeschehen berichten, als der Verfasser den TUS zu einem Mehrspartenverein führte. Dem jetzigen TUS sollte es immer wieder gelingen, im Geiste seiner Gründer für die Zukunft weiter zu wirken - eine der ganz großen Aufgaben in der heutigen modernen Zeit wäre damit erfüllt.

13/13

Ende

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